Gefahren für Kinder in Haus und Garten

7 Gefahrenquellen und was Sie dagegen tun können

Jedes Jahr verletzen sich etliche Menschen in der Schweiz in den eigenen vier Wänden oder im Garten. 2019 waren es laut der Statistiksammlung "Status 2019" der Beratungsstelle für Unfallverhütung, kurz BFU, mehr als 250.000 Personen. In drei von vier Fällen sind dabei Frauen oder Mädchen betroffen und speziell Kinder sind vielen Gefahren ausgesetzt.

Schon eine Treppe, ein Pool, Putzmittel oder der Rasenmäher können zu Sturz- oder Schnittverletzungen, Verbrennungen und Verätzungen und bis hin zum Ertrinken führen. Die gute Nachricht: Viele dieser Unfälle lassen sich durch achtsames und vorausschauendes Handeln sowie durch so manche Maßnahme vermeiden.

Im Folgenden nehmen wir 7 Gefahrenquellen speziell für Kinder im und rund um das Haus genauer unter die Lupe und zeigen auf, wie Sie diese entschärfen können. So verwandeln Sie Ihr Familienheim in einen sicheren Rückzugsort für alle. 

 

 

Rasenmäher

Im großen Garten unverzichtbar, stellt er gleichzeitig eine große Verletzungsgefahr dar: der Rasenmäher. Die scharfe Klinge und die rasante Geschwindigkeit, mit der das Gerät arbeitet, können sowohl bei Kindern als auch Erwachsenen zu kleineren Wunden, aber auch zu schweren Unfällen führen. Nicht selten landen Menschen dann in der Notfallaufnahme und müssen sich zum Beispiel einer Amputation unterziehen. Speziell Kinder laufen oft vor die Maschine oder nähern sich Ihnen beim Mähen von hinten, ohne dass Sie es mitbekommen. Denn der dröhnende Lärm des Rasenmähers übertönt viele andere Geräusche und vor allem kleine Kinder verlassen sich darauf, dass die Erwachsenen auf sie achten. Gleichzeitig konzentrieren sich diese aber auf die Tätigkeit an sich. Keine gute Kombination. Kinder bis zu sechs Jahren sollten daher sicher im Haus oder in der Wohnung bleiben, kommt der Rasenmäher draußen zum Einsatz. Außerdem können Rasenmäher zu einer wahren Wurfschleuder werden und Steine, kleine Äste oder gar Spielzeug in die Luft katapultieren. Dieses kann in weiterer Folge ebenso Menschen treffen. Sorgen Sie daher vorab für Ordnung in Ihrem Garten. Lassen Sie auch ältere Kinder nur dann einen Rasenmäher oder Rasentraktor benutzen, wenn Sie sicher sind, dass diese mit den Geräten gut umgehen können. 

 

Garagentor

Wenige Sekunden reichen auch bei Garagentoren aus, um bei Kindern für eingequetschte Finger und Tränen zu sorgen. Gerade alte Schwingtore, die nicht selten auch noch klemmen, nur um in der nächsten Sekunde mit voller Wucht herunterzufahren, sind eine besonders große Gefahrenquelle. Dazu kommen die oft noch offenliegenden Federn und Führungsschienen dieser alten Vorrichtungen. Mittlerweile sind Garagentore weitaus sicherer geworden, trotzdem bleiben sie letztendlich bewegliche Elemente, die einer gewissen Aufmerksamkeit bedürfen.

Wenn Sie sich ein neues Garagentor zulegen oder Ihre Garage sanieren, achten Sie daher stets darauf, dass die Schließkräfte nach EN 13241-1 eingehalten werden.

Wichtig ist auch, dass das Tor im Falle eines technischen Defekts gegen Absturz gesichert ist. Auch Abdeckungen können die Gefahr bereits mindern. Hilfreich ist zudem eine automatische Hinderniserkennung, die dafür sorgt, dass das Tor stoppt, wenn sich noch eine Person darunter befindet. 

 

 

Pool

Im Sommer sorgen Pools für die nötige Erfrischung, doch speziell bei Kleinkindern und Menschen, die nicht schwimmen können, ist Vorsicht geboten. Das gilt übrigens auch für den Naturteich oder die Badewanne. Kurzum: Überall dort, wo Kinder mit Wasser in Berührung kommen, besteht die Gefahr, dass sie hineinfallen und ertrinken. Und das beginnt schon bei einer Wassertiefe von zehn Zentimetern oder weniger. Der Grund: Kleinkinder bis zu einem Alter von etwa drei Jahren können ihren Kopf noch nicht selbstständig aus dem Wasser heben. Wenn Sie einen Pool oder Schwimmteich besitzen, lassen Sie daher Ihre Kinder nie unbeaufsichtigt darin baden und schwimmen. Und auch beim Planschen in der Badewanne sollten Sie stets dabei sein.

 

Dekomaterial

Egal, ob kleine Steine in einer farbenprächtigen Schale, leuchtende Murmeln rund um eine Vase oder eine Fenstergirlande mit Leuchtelementen – erst die passende Deko macht ein Zuhause so richtig heimelig. Zumindest ist das die Meinung jener, die für ihr Leben gern dekorieren und schmücken. Doch wer kleine Kinder im Haushalt hat, sollte sich in dekorativer Zurückhaltung üben. Denn: Besonders in den ersten drei Lebensjahren erforschen Kinder die Welt mit ihren Händen und mit ihrem Mund. Streudeko, Murmeln, Perlen und viele weitere, kleine Gegenstände landen daher unweigerlich rasch zwischen Zunge und Rachen und werden nicht selten auch verschluckt. Doch das ist gefährlich, denn daran können Kinder ersticken. Verzichten Sie deswegen auf allzu viel Dekomaterial und bewahren Sie generell kleine Elemente wie Puzzleteile, Figuren und Würfel von Brettspielen, Ladekabel, Notizblöcke und Stifte etc. sicher in Schubladen oder Boxen auf, die ihr Nachwuchs nicht öffnen kann. 

 

Treppen

Jeder, der sich schon einmal den Fuß gebrochen hat und über Wochen hinweg Treppen mit Krücken bewältigen musste, weiß, welches Hindernis Stiegen im Haus darstellen können. Bei Kleinkindern verhält es sich ähnlich. Auch sie tun sich damit schwer – ja mehr noch: Treppen bergen ein hohes Verletzungsrisiko. Sichern Sie solche Elemente daher immer mit einem Gitter oder verschließen Sie Türen, die zu solchen Gefahrenstellen führen. Schärfen Sie außerdem das Bewusstsein Ihrer Kinder für diese Orte und Plätze, um Verletzungen wie blaue Flecken oder gar Knochenbrüche zu verhindern. Übrigens: Gerade Kleinkinder verletzen sich auch oft durch Ausrutschen. Daher sollten Sie auch auf Teppiche mit rutschfesten Unterlagen setzen und Ihren Kindern Hausschuhe mit einer rutschfesten Sohle anziehen. 

 

Putzmittel

Bunte Farben, ungewöhnliche Formen – Putzmittel sind für Kinder oft spannende Utensilien. Auch bunte Tabletten, die mitunter Süßigkeiten ähneln, üben auf sie eine magische Anziehungskraft aus. Werden Putzmittel und Medikamente in für Kinder allzu leicht zugänglichen Regalen und Schubladen aufbewahrt, sind nicht selten Verätzungen und Vergiftungen die Folge. Schließen Sie daher Schränke oder Boxen, in denen sich die Flaschen und Tiegel, Tabletten und Tuben befinden, gut ab und sorgen Sie dafür, dass die Kinder auch während des Hausputzes nicht in Berührung mit den gefährlichen Substanzen kommen. Alle weiteren Schubladen und Schranktüren, die Kinder benutzen dürfen, sollten Sie mit Kindersicherungen oder Klemmschutz-Vorrichtungen ausstatten. Schrauben Sie außerdem Schränke sicher an der Wand an, damit diese nicht umkippen können. 

 

Tischdecke

Sie sieht hübsch aus, ist aber ebenso eine potentielle Gefahrenquelle: die Tischdecke. Vor allem wenn Sie eine heiße Suppenschüssel oder eine Kaffeetasse darauf platzieren, ist Vorsicht geboten. Kinder spielen gerne mit herabhängenden Stoffen und ziehen daran. Schneller, als es Ihnen lieb ist, landet dann die heiße Flüssigkeit auf Händen und Füßen oder gar im Gesicht. Verzichten Sie daher auf Tischdecken, solange Ihre Kinder noch klein sind. Ähnlich verhält es sich mit Kabeln von Wasserkochern oder Kaffeemaschinen, die Kinder leicht erreichen können. Nicht selten beginnen die Kleinen daran zu ziehen und der nächste Unfall ist vorprogrammiert. Achten Sie daher auch darauf, solche Gerätschaften immer sicher zu verwahren. 

 

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