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Depressive Verstimmtheit

depressive verstimmtheitMeist tritt sie kurze Zeit nach der Rückkehr aus dem Spital auf und hat ihre Spitze rund 8 Wochen nach der Geburt, wenn der Schlafmangel am stärksten ausgeprägt ist. Meist verschwindet sie von alleine, sobald das Baby länger und regelmässiger schläft.

 

 

 

Betroffene Frauen:

  • sind müde, fühlen sich nach einigen guten Nächten bedeutend besser.
  • weinen oft bei der kleinsten Frustration, beim kleinsten Hindernis.
  • sind unkonzentriert und vergesslich.
  • vernachlässigen den Haushalt, die Körperpflege und empfinden die älteren Kinder als grosse Last. Sie finden sich mit nichts zurecht.
  • sind entmutigt aber versuchen ihr Bestes.
  • fühlen sich isoliert und von der Welt abgeschnitten.
  • reizbar und übersensibel.
  • hinterfragen ihre Fähigkeit als „gute Mutter“ und haben Schuldgefühle, da sie sich so unsicher fühlen.
  • essen unregelmässig.
  • haben keine oder wenig Lust auf Sex.
  • empfinden körperliche Symptome auf Grund der Müdigkeit, wie Kopf-, Rücken- oder Bauchschmerzen.

Körperliche Ursachen:

  • Die Müdigkeit: Sie ist die Ursache Nummer 1 für die depressive Verstimmtheit bei jungen Müttern, die meist über längere Zeit zu wenig schlafen.
  • Die Hormone
  • Die Schmerzen: Hauptsächlich als Folge der Geburt (verschobenes Steissbein, Hämorrhoiden, Stillprobleme), schwächen den Körper, stören den Schlaf und untergraben die Moral.
  • Die Schilddrüse: Die gestörte Funktion der Schilddrüse (bekannt bei jungen Müttern) bewirkt ein Gefühl der Lethargie, der Melancholie, gibt Kopfschmerzen, macht kälteempfindlich und bereitet Mühe zu sprechen, die Regelblutung bleibt aus und die Haare fallen aus.
  • Der Eisenmangel: Er führt zu verstärkter Müdigkeit und depressiver Verstimmtheit.
  • Der Kaliummangel: Er führt zu Müdigkeit und Abgeschlagenheit.

Psychische Ursachen:

  • Der Eindruck „die Kontrolle über sein Leben zu verlieren“: Die berufstätigen Frauen, die ihrer Karriere nachgingen, sind sich gewohnt, alle Aspekte ihres Lebens selbständig und selbstbestimmt zu meistern. Die Ankunft des Babys bringt ein gewisses Chaos mit sich und Unsicherheiten schleichen sich in ihr Leben ein. Andere fühlen sich den nie endenden Haushaltsarbeiten verpflichtet und schaffen es nicht, dieser Verpflichtung zu entfliehen.
  • Das „sich an anderen Frauen oder der eigenen Mutter messen“, da man es besser oder ganz anders machen möchte, führt fast immer in die Frustration und Enttäuschung. Perfektionistische Frauen riskieren, in Panik auszubrechen, wenn das Kind nicht in das vordefinierte Muster passt oder wenn sie realisieren, dass das Baby eine eigenständige Person ist, mit eigenem Schlaf- und Essensrhythmus.
  • Die Schuldgefühle, keine gute Mutter zu sein: Überhäuft mit manchmal widersprüchlichen Informationen, begeben sich die Mütter in eine Abhängigkeit von Spezialisten, verlieren dabei den Kontakt zu ihrem eigenen mütterlichen Instinkt und ihrem gesunden Menschenverstand.

Soziale und ökonomische Ursachen:

  • Ein Umzug kurz vor der Geburt des Kindes bringt die junge Mutter in ein unbekanntes Umfeld, wo sie nicht auf lange bekannte Nachbarn zählen kann.
  • Finanzielle Ängste und Nöte, insbesondere wenn die Frau fürchtet, ihre berufliche Tätigkeit nicht wieder aufnehmen zu können, der Mann arbeitslos ist, eine Kündigung bevorsteht oder wenn die finanzielle Situation bereits vor dem Kind unzureichend war.
  • Negative Reaktionen des Vaters, wie Eifersucht oder Frustration.

Was tun?
Wichtig ist, sich Hilfe zu holen, bevor man in eine echte Depression gerät. Gemeinsam sollte man sämtliche Hebel gegen Melancholie und Unsicherheiten entgegenwirken.

Achtung: Zögern Sie nicht, sich für ein Gespräch an psychologisches Fachpersonal, an ihre Hebamme oder an Ihre behandelnde Ärztin/ Ihren Arzt zu wenden. So erhalten Sie am schnellsten die nötige professionelle Hilfe und Unterstützung.
Sehr oft sagt die junge Mutter nicht, dass es ihr schlecht geht. Es ist daher wichtig, dass der Partner ein offenes Ohr hat für diese Probleme und, falls nötig, seine Frau zu einem Spezialisten begleitet.


Die Organisation

  • Beauftragen Sie vor der Geburt einige Freunde und Familienmitglieder, um Sie nach der Geburt zu unterstützen. Sei es im Haushalt oder in dem sie Ihnen spezielle Aufmerksamkeit entgegenbringen und Sie verwöhnen.
  • Delegieren Sie ein Maximum an Arbeiten, an Ihren Partner, an die Familie und Freunde. Machen Sie einen Plan, wer sich wann um die älteren Kinder kümmert, damit Sie Zeit finden, um sich auszuruhen. Lassen sie sich ein Mittagessen mit Einkauf und Aufräumen der Küche schenken, an Stelle eines weiteren Stramplers für das Baby.
  • Machen Sie sich einen einfachen Tagesplan, in dem Sie ein, zwei Stunden für sich einplanen und etwas Zeit mit einer anderen erwachsenen Person verbringen. Nehmen Sie sich nie mehr als 2 Ziele für den Tag vor.
  • Vermeiden Sie es, ihrem Partner „du hilfst mir nie“ vorzuwerfen! Zeigen Sie ihm, wie sehr Sie seine Hilfe schätzen, und versuchen Sie so, ihn dazu zu motivieren, mehr zu machen. Übergeben Sie ihm einfache, klare Aufgaben und verlassen Sie lieber den Raum als ihn zu kritisieren.
  • Der Schlaf: Normalerweise benötigen die meisten Frauen 4 bis 5 komplette Zyklen an 90 Minuten Schlaf, um sich ausgeruht zu fühlen. Im Falle von Krankheit oder Rekonvaleszenz (die Wochen nach der Geburt ist eine Zeit der Rekonvaleszenz) benötigt der Mensch mehr Schlaf, da das Immunsystem während dem Schlafen am aktivsten ist. Deshalb leidet eine junge Mutter zwangsweise an chronischem Schlafmangel, da sie zwei bis drei Mal pro Nacht geweckt wird und folglich die nötigen Schlafzyklen nicht vervollständigt. Darum ist es unerlässlich, sich mindestens zwei ausgiebige Siesten pro Tag zu ermöglichen, um die Schlafzyklen zu vervollständigen.
  • Das bedeutet: Alles stehen und liegen lassen, sobald das Kind schläft, und sich ebenfalls hinlegen. Sich für die Erholungszeiten Hilfe holen: die Nacht, eine auf zwei Nächte oder am Nachmittag. Früh zu Bett gehen. Langsam aber stetig mit dem Kind einen Rhythmus finden und lernen, sich die Zeit und die Kräfte besser einzuteilen. Das Kind soll lernen selber einzuschlafen, was im ersten Moment bedeuten kann, dass das Kind vor dem Einschlafen etwas weint. Beginnen Sie damit am Tag. Kann das Kind von alleine einschlafen, schläft es eher durch in der Nacht.

Die Pause/Freizeit

  • Gönnen Sie sich einmal pro Tag eine Pause und organisieren Sie sich eine erholende Aktivität ohne Baby.
  • Planen Sie mit ihrem Partner drei freie Abende im Monat, an denen Sie ausgehen – ohne Baby.
  • Treffen Sie Freunde, die ebenfalls kleine Kinder haben, um sich auszutauschen und zu unterstützen. Gehen Sie gemeinsam ins Schwimmbad, so kann eine Person zu den Kindern schauen während die Andere ihre Längen schwimmt.
  • Nehmen Sie mit der Aussenwelt Kontakt auf: lesen Sie die Zeitung, schauen Sie die Nachrichten und treffen Sie Freunde, die andere Themen haben als Baby und Windeln.
  • Besuchen Sie einen Rückbildungskurs in einer Gruppe.

Alternative Heilmethoden
Bevor Sie zu Beruhigungsmitteln oder Antidepressiva greifen, versuchen Sie es mit alternativen Heilmethoden. Dabei gibt es eine Reihe von Möglichkeiten. Sie alle gehen von einer ganzheitlichen Betrachtungsweise des Menschen aus und betrachten die Frau in ihrer gesamten Situation. Der Mensch schöpft Energie aus der harmonischen Balance zwischen Körper und Geist. Diese Balance wird durch eine Geburt auf den Kopf gestellt und kann mit Hilfe wieder hergestellt werden.

  • Chinesische Energetik: Akupunktur und Shiatsu hat beachtliche Erfolge in der Therapie von geburtsbezogenen Problemen (Durchblutungsstörungen, Blutungen, Hämorrhoiden, Krampfadern, schwere Beine, Müdigkeit, Gewicht, Leber- und Stillprobleme).
  • Manuelle Therapie: Die Osteopathie versucht durch manuelle Manipulationen den vitalen Energiefluss wieder herzustellen. Diese Lebensenergie gibt Kraft, solange sie ungestört fliessen kann, das heisst die körperlichen Verspannungen gelöst und die Knochen an Ort sind.
  • Ernährungstherapie: Häufig geht vergessen, dass die Frauen die Vitaminpräparate über die Geburt hinaus weiter nehmen sollten. Ernährungsspezialisten können zusätzlich Spurenelemente und Vitamine verordnen, sollte sich die junge Mutter nicht ausreichend ernähren.

Weitere hilfreiche alternative Heilmethoden sind:

  • Die Homöopathie
  • Die Aromatherapie
  • Die Phytotherapie

Techniken für den Stressabbau:

  • Yoga
  • Sophrologie
  • Entspannung

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten entsprechend den Vorlieben und Bedürfnissen der jungen Mutter. Die Zeit, die sie für sich, ihren Körper und ihre Psyche nimmt, ist ein privilegierter Moment. Das Baby wie die ganze Familie profitieren direkt von einer entspannteren und ausgeglicheneren Frau.


  

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