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Hormonelle Methode

Die Pille
Die Anti-Baby-Pille gibt es bei uns seit den 60er Jahren und deren Hormongehalt hat seither kontinuierlich abgenommen. Heutige Pillen enthalten rund 5 Mal weniger Östrogene als in den Anfängen.

Die gängigsten Pillen sind die Einphasenpillen, die während 21 Tagen eingenommen, immer die gleiche Konzentration an Gestagen (künstlich hergestelltes Progesteron) und Östrogen enthalten.

In der 7tägigen Pause bekommt die Frau eine mensähnliche Blutung, die oft kürzer und schwächer ist als ohne Pille. Weiter gibt es Zwei- und Dreiphasenpillen, die unterschiedliche Hormonmengen enthalten und so dem weiblichen Zyklus angepasster sind.

Die Kombination der Pillenhormone unterdrückt die Hormone der Hypophyse, die für die Eireifung, den Eisprung und für die Durchlässigkeit des Schleims im Gebärmutterhals zuständig sind. Bei Frauen, die die Pille nehmen, findet folglich keinen Eisprung mehr statt und der Gebärmutterhalsschleim bleibt zäh und undurchlässig für Spermien. Weiter baut sich die Gebärmutterschleimhaut zu wenig auf, um ein befruchtetes Ei aufzunehmen. Die hormonellen Verhütungsmethoden sind auf Grund der vielfachen Wirkungsweisen die sichersten; es gilt aber, die Nachteile einer dauerhaften Hormonbelastung durch die Pille gut gegeneinander abzuwägen.

Die Gefahr einer Thrombose ist gerade bei Frauen die rauchen, Krampfadern haben, älter als 30 sind oder stehend arbeiten, deutlich erhöht. Bei langen Flugreisen ist besondere Vorsicht geboten!

Weitere Nebenwirkungen können sein:
  • Gewichtszunahme
  • depressive Verstimmungen
  • Scheideninfekte
  • sexuelle Unlust
  • Kopfschmerzen etc.
  • Häufig verschwinden diese Nebenwirkungen nach einer gewissen Zeit.
    Gerade bei jungen Frauen, deren Zyklus sich noch nicht eingependelt hat, könnte eine andere Methode sinnvoller sein.
    Die Östrogen-Gestagen-Pille darf während der Stillzeit nicht eingenommen werden.

    Hormonelle Methoden verhindern zwar eine Schwangerschaft, aber schützen nicht vor sexuell übertragbaren Krankheiten. Weshalb bei wechselnden Partnern immer Kondome/Femidome benützt werden müssen.

    Der Scheidenring - NuvaRing®
    Der Scheidenring ist flexibel und hat einen Durchmesser von rund 5 cm. Die Frau legt ihn selbst in die Scheide ein und platziert ihn, wie es für sie bequem ist. Der Ring gibt dort kontinuierlich und über 3 Wochen Hormone (Östrogen/Gestagen) ab, die Funktionsweise ist wie bei der Pille. Darauf folgt eine 1wöchige Ring-Pause mit einer Blutung.
    Der Ring kann während dem Geschlechtsverkehr in der Scheide bleiben, muss aber nicht. Sollte er stören, kann der Ring während max. 3 Stunden pro Tag entfernt werden.

    Ortho Evra® - Verhütungspflaster
    Einmal in der Woche wird das Östrogen-Progesteron-Pflaster, das auf den Bauch, Po oder Oberkörper geklebt wird, gewechselt. Nach drei Wochen gibt es eine 1-wöchige Pflasterpause mit einer Blutung. Die Wirkungsweise sowie die Nebenwirkungen entsprechen denen der klassischen Pille. Das Pflaster darf beim Baden oder Schwimmen gelassen werden und sollte sich eigentlich nicht lösen.

    Cerazette® - Minipille
    Cerazette® ist ein reines Gestagenpräparat und unterdrückt ebenfalls den Eisprung, die Umwandlung des Gebärmutterhalsschleims und verhindert den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut. Das fehlende Östrogen verhindert den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut und da die Pille immer genommen wird, es gibt keine Pause nach 21 Tagen, fällt die Blutung weg. Einige Frauen empfinden den Wegfall der monatlichen Blutung negativ, doch auf die Gesundheit, so wird versichert, hat diese Tatsache keine Auswirkungen.
    Die Minipille muss immer zur gleichen Tageszeit, +/- 3 Stunden, genommen werden und manchmal treten Schmierblutungen auf.
    Die Verhütungssicherheit ist genau so gross, wie bei der Östrogen-Gestagen-Pille. Dank dem fehlenden Östrogen fällt das Venenrisiko weg und die Pille kann auch während der Stillzeit genommen werden.

    DepotProvera® - 3-Monats Spritze
    Auch hier handelt es sich um ein reines Gestagenpräparat, das vom Arzt in den Oberam- oder Gesässmuskel gespritzt wird. Von da aus wird die Substanz über 3 Monate an den Körper abgegeben und hemmt so den Eisprung, die Gebärmutterschleimhaut und die Schleimumwandlung im Gebärmutterhals.
    Die Nebenwirkungen sind gleich wie bei der Pille, es kommt zu Schmierblutungen zu Beginn der Behandlung und später bleibt die Blutung meist ganz weg. Die Hormonbelastung ist nicht zu unterschätzen und der eigene Zyklus benötigt nach dem Absetzen bis zu einem Jahr, um sich zu normalisieren.

    Implanon® - Verhütungsstäbchen: Das 4 cm lange und 2 mm dicke Kunststoffstäbchen wird nach einer Lokalanästhesie mit einer Nadel unter die Haut bei der Innenseite des Oberarms eingesetzt. Das Verhütungsstäbchen, ein reines Gestagenpräpat, gibt während 3 Jahren konstant Hormone an den Körper ab. Die Gestagene verhindern die entsprechende Hormonproduktion in der Hypophyse, was die Gebärmutterhalsschleimdurchlässigkeit, den Eisprung und die Monatsblutung unterdrückt.

    Mirena® - Hormonspirale
    Die Spirale sieht aus wie ein Anker, ist aus Kunststoff und enthält ein Gestagenpolster, das in der Gebärmutterhöhle zu liegen kommt. Da kann sie während 5 Jahren liegen gelassen werden, wo sie kontinuierlich kleine Mengen an Gestagen abgibt. Diese bewirken, dass sich der Gebärmutterhalsschleim verdickt und für die Spermien unpassierbar wird. Weiter verhindert das Gestagen den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut, weshalb sich ein befruchtetes Ei, sollte doch ein Spermium durchkommen, nicht einnisten kann.

    Die Sicherheit der Hormonspirale ist gleich, wenn nicht besser als bei der Pille, da Anwendungsfehler wegfallen. Weitere Vorteile sind: Der eigene Zyklus wird aufrechterhalten, kein erhöhtes Venenrisiko und das Risiko einer Eileiterentzündung sinkt.

    In den ersten Monaten können Schmierblutungen auftreten und im späteren Verlauf kann die Blutung ganz ausbleiben, was unschädlich ist, aber verunsichern kann.


      

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